Seit der Inbetriebnahme des Wasserwerks hat sich die Einwohnerzahl Fürths von 40.000 auf rd. 115.000 erhöht.
Der Wasserverbrauch ist von 290.000 m³/Jahr auf über 6,7 Mio. m³ im Jahr 2010 gestiegen. 1963 wurde erstmals die maximale tägliche Wasserförderung aus den Fassungen im Rednitztal mit 40.000 m³ von einem noch höheren Wasserverbrauch übertroffen.
Deshalb war es notwendig, die Möglichkeiten einer Wassergewinnung in der näheren und weiteren Umgebung von Fürth zu untersuchen. In einem Gutachten vom 20.04.1960 wurde das Waldgebiet nordwestlich von Allersberg für eine Erweiterung der Wasserversorgung empfohlen. Es liegt rd. 80 m höher als Fürth, so dass das Wasser im freien Gefälle, ohne Pumpkosten, nach Fürth fließen kann.
In dem Gutachten wurde u.a. festgestellt:
a) Die weitere Erschließung von Grundwasser durch Flachbrunnen ist im Gebiet von Fürth nicht möglich.
b) Ebenso ist die Erschließung von Trinkwasser durch Tiefbrunnen im Gebiet von Fürth und seiner engeren Umgebung unmöglich.
c) Ein geeignetes Gebiet ist die Gegend nördlich und nordwestlich von Allersberg.
Der Stadtrat beschloss am 19.12.1963, sechs Probebohrungen niederzubringen. Das hieß, das Projekt Allersberg konnte in Angriff genommen werden. Am 30.10.1968 war es dann soweit: Die Fernwasserversorgung Allersberg wurde in Betrieb genommen.
Im Wassereinzugsgebiet Allersberg wird heute das Wasser aus 20 Tiefbrunnen mit 90 m bis 125 m Tiefe gefördert und über je eine 6,5 und 5,5 km lange Sammelleitung in die Aufbereitungsanlage geführt.
Die chemische Zusammensetzung der einzelnen Brunnenwässer ist unterschiedlich. Es ist ein weiches, sauerstoffarmes Wasser mit kalkaggressiver Kohlensäure und Spuren von Eisen und Mangan. In der Aufbereitungsanlage wird daher das Rohwasser über Oxydatoren mit Sauerstoff angereichert und in den Druckfilterkesseln mit halbgebranntem dolomitischen Filtermaterial die aggressive Kohlensäure abgebunden.
Das Trinkwasser befindet sich anschließend im Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht und fließt vom Reinwasserbehälter über die 33 km lange Fernwasserleitung im freien Gefälle über den Trinkwasserhochbehälter der Wasserversorgung fränkischer Wirtschaftsraum in Krottenbach in die Niederdruckzone des Versorgungsnetzes der infra.
Die Anlage arbeitet vollautomatisch. Alle wichtigen Betriebsvorgänge werden in die Leitstelle des Wasserwerkes der infra fernübertragen. Gegebenenfalls kann aber auch von Hand in den automatischen Betriebsablauf eingegriffen werden.
Mit der Fernwasseranbindung aus Allersberg konnte die Wasserversorgung Fürths für weitere 20 Jahre gesichert werden.

Trinkwasserversorgung in Fürth
Fernwasserversorgung