Presseinformation:












































































































































































 
 
Details:

Am 15. Juli 1972 nahm der Hafen Fürth seinen Betrieb auf. Rund 25.000 Schaulustige kamen zur Hafeneinweihung. Die ersten "offiziellen", vor den Augen der versammelten Gäste gelöschten Ladungen waren Rohre und Aluminiumbarren aus dem Persischen Golf.
Rund 20 Millionen Deutsche Mark (DM) kostete der Bau des Hafens am Main-Donau-Kanal. "Eine damals vergleichsweise horrende Summe, wenn man bedenkt, dass das jährliche Durchschnittseinkommen eines Arbeitnehmers 1972 bei knapp 16.500 DM lag" so der infra-Chef Dr. Hans Partheimüller. Umso mehr beeindruckt ihn heute der Weitblick und Mut der Verantwortlichen von damals. Anders als in der Nachbarstadt Nürnberg, die zur gleichen Zeit einen Staatshafen baute, entschied man sich in Fürth für einen privatwirtschaftlich ausgerichteten Hafen am Main-Donau-Kanal. Die Stadt Fürth war Erbauer und Eigentümer des Hafens. Ihr oblag die Verwaltung und die Hafenaufsicht. Den Betrieb übernahm die Fürther Hafenbetriebsgesellschaft (FHG), eine Tochtergesellschaft des Salzgitter-Konzerns. Sie hatte das alleinige Umschlagsrecht. Auf sie geht auch die Ausstattung des Hafens zurück, beispielsweise die noch heute markanten Hafenkräne.
Inzwischen hat sich der Hafen in der Kleeblattstadt zu einem modernen Dienstleistungszentrum entwickelt. Nach wie vor bietet das trimodale System aus Wasser, Schiene und Straße der heimischen Wirtschaft ein attraktives Umschlagdrehkreuz. Seit 2005 befindet er sich im Eigentum der infra. Den Betrieb vor Ort übernimmt das Duisburger Unternehmen Lehnkering, ein europaweit führender Logistikdienstleister in den Schwerpunktbranchen Chemie und Stahl. Partheimüller ist mit der Entwicklung des Hafengeschäftes sehr zufrieden. 2011 wurden rund 100 Schiffe entladen und mehr als 123 000 Tonnen auf den Gleisen umgeschlagen. Das entspricht in etwa dem Inhalt von 2.470 Waggons. "Leider ist die vorhandene Fläche von rund 14 Hektar ausgereizt, sodass keine Neuansiedlungen mehr möglich sind", schildert er weiter die Lage. Umsatzsteigerungen wären nur durch vermehrten Umschlag der im Hafen vertretenden Unternehmen und der heimischen Wirtschaft möglich.
Doch im allgemeinen Trend zum Schiffsurlaub sieht er eine neue Chance für den Fürther Hafen: Kein anderer Bereich des Tourismus wächst nach Angaben des deutschen Reiseverbandes derzeit so stark wie Kreuzfahrten – auch Flusskreuzfahrten. Steigende Passagierzahlen bieten ein großes Potenzial. Derzeit laufen erste Gespräche: Aufgrund von Bauarbeiten im benachbarten Hafen Nürnberg kommt es dort zu Kapazitätsengpässen. So werden vielleicht 2012 einige Passagierschiffe in Fürth anlegen. Sollte dies erfolgreich verlaufen, so kann sich Partheimüller einen entsprechenden Ausbau der benötigten Infrastruktur durchaus vorstellen.