Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hatte auch Folgen für die Strompreise in der Kleeblattstadt. Hier beantwortet die infra die wichtigsten Fragen:
Die Strompreise sind zum 1. Januar 2011 bundesweit gestiegen. Wie sieht es in Fürth aus?
Nachdem wir Anfang 2010 unsere Strompreise aufgrund verbesserter Einkaufskonditionen um circa drei Prozent senken konnten, ist zum 1. Januar 2011 allein aufgrund der steigenden staatlichen Abgaben eine Erhöhung um durchschnittlich 6,5 Prozent unvermeidbar gewesen.
Um welche staatlichen Abgaben handelt es sich dabei?
Konkret hat sich in den beiden letzten Jahren die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) netto von 1,20 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) im Jahr 2009 auf 2,047 ct/kWh im Jahr 2010 und auf 3,53 ct/kWh im Jahr 2011 fast verdreifacht (siehe nebenstehende Grafik).
Konnten wir 2010 diese Entwicklung noch mit fallenden Einkaufspreisen kompensieren, so waren wir gezwungen, die erneute EEG-Erhöhung 2011 eins zu eins auf unsere Preise umzulegen.
Wozu dient die Umlage aus dem EEG?
Das EEG ist ein Marktanreizprogramm mit dem Ziel, saubere Stromerzeugungsquellen wie Windkraft, Solarenergie, Biomasse und Wasserkraft zur Konkurrenzfähigkeit zu führen, um damit mittelfristig Kohle- und Atomkraftwerke in größerem Umfang abzulösen. Hierdurch wird die Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland verringert und vor allem, was heute immer mehr an Bedeutung gewinnt, die Klimabelastung reduziert.
Warum kam es zu der deutlichen Steigerung der EEG-Umlage?
Zum einen hat sich der Anteil des Stroms aus EEG-Anlagen in den letzten Jahren deutlich erhöht. So hatte der EEG-Strom im Jahr 2006 noch einen Anteil von circa zehn Prozent an der deutschen Stromversorgung. Für 2011 liegen die Schätzungen bei über 20 Prozent.
Darüber hinaus waren die Zuwachsraten gerade im höher bezuschussten Bereich Solarstrom in den beiden letzten Jahren enorm.
Allein für das letzte Jahr rechnet man mit etwa 75 Prozent Steigerung. So machen es sinkende Preise für Solarmodule immer mehr Bürgern und Unternehmen möglich, eine eigene Solarstromanlage zu betreiben.
Das Anreizprogramm sieht eine kontinuierliche, also jährliche Senkung der Fördersätze für neue EEG-Anlagen vor. Gerade die Solarstromtechnik musste im vergangenen Jahr bereits eine Sonderkürzung von rund 16 Prozent hinnehmen. Diese Maßnahmen werden in Zukunft zu moderater steigenden EEG-Umlagen führen.
Aktuell steigt die EEG-Umlage zum 1. Januar 2012 von 3,53 ct/kWh netto auf 3,592 ct/kWh netto.

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